Softwareentwicklung mit Microsoft Access
Abwicklung von Hauptversammlungen
Die jährliche Hauptversammlung von Aktiengesellschaften
beginnt im Vorfeld mit der Ankündigung des Termins, der
Bekanntgabe der Tagesordnung und der Aufforderung zum
Abruf der Stimmkarte.
Diese Aufforderung wird in der Regel von den Depotbanken
wahrgenommen. Sie fordern von der Registrierungsstelle
die benötigte Anzahl von „Bekanntmachungen nach § 125” ab und versenden
diese zusammen mit einem Registrierungsformular an diejenigen
Kunden, die mindestens eine Aktien der entsprechenden Gesellschaft in
ihrem Depot haben.
Möchte der Kunde sein Stimmrecht selbst wahrnehmen, oder
erteilt er einem anderen als der Depotbank eine Vollmacht,
erfolgt eine namentliche Meldung des Kunden (bzw. des
Bevollmächtigten) an die Registrierungsstelle. Vollmachten für die
Depotbank werden gesammelt und durch einen Vertreter der Bank wahrgenommen.
Die Meldung der Teilnehmer erfolgt in der Regel elektronisch, es müssen
aber auch Meldungen auf anderen Medien (z.B. Fax)
entgegengenommen werden können - diese sind dann manuell zu erfassen.
Im Rahmen der Vorbereitung der HV sind aus den Meldedaten die Stimmkarten
und ein Anmeldeverzeichnis zu erstellen.
Der Tag der Hauptversammlung stellt hohe logistische Anforderungen.
Alle geladenen Aktionäre müssen - meist innerhalb einer halben Stunde -
in die Räumlichkeiten der HV geschleust werden, wobei sie ihre Einladung
gegen die Stimmkarte eintauschen und als „präsent” registriert
werden müssen. In der Folge muss das Verlassen und das Wiederbetreten der
Räumlichkeiten für jeden einzelnen Aktionär genau protokolliert werden,
da die Kenntnis der genauen Anzahl der präsenten Stimmen
entscheidend für die Gültigkeit der Abstimmungen ist.
Die Abstimmungen erfolgen durch Abgabe des entsprechend nummerierten
Stimmabschnitts, der aus dem Stimmzettel ausgelöst wird. Die Abschnitte
sind mit einem Barcode versehen, der eingescannt wird. Die Auswertung
zu jedem einzelnen Auswertungspunkt erfolgt automatisch unter Berücksichtigung
der jeweils relevanten Stimmenzahl.
Die Software, die zur Lösung dieser Aufgabe entwickelt wurde, unterstützt
eine Netzwerk mit beliebig vielen gleichzeitig verwendbaren Computern zur
Präsenzverwaltung und Auswertung der Abstimmungen. Mit drei parallelen Rechnern
wurden Hauptversammlungen mit bis zu 1.000 präsenten Aktionären erfolgreich
durchgeführt. Durch redundante Datenhaltung benötigt das System keinen Server
und auch dann noch lauffähig, wenn alle bis auf einen Rechner ausfallen.
Die Software ist seit mehreren Jahren im Einsatz.
Es wurden Hauptversammlungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern durchgeführt.
Projektumfang ca. 0,3 Mannjahre
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